Allgemein

Schritt für Schritt zum Schulwegplan

By 16. August 2021No Comments

Sichere Routen kennen und Gefahrenstellen meiden

Sobald Kin­der ein­ge­schult wer­den, sind sie häu­fig das
ers­te Mal eigen­stän­dig im Stra­ßen­ver­kehr unterwegs.
Damit sie unver­sehrt zum Unter­richt kom­men, ist es wich­tig, dass sie siche­re Wege neh­men und wis­sen, an wel­chen Stel­len sie beson­ders vor­sich­tig sein müs­sen. Dabei hilft ein guter Schul­weg­plan: Die kartografische
Dar­stel­lung weist auf Gefah­ren hin und zeigt Eltern
mög­lichst siche­re Que­rungs­stel­len und Wege vom Wohn­ort bis zur Schu­le auf. Was kön­nen Eltern oder Lehr­kräf­te tun, wenn kein Schul­weg­plan zur Ver­fü­gung steht? Wie kann man die­sen mit ver­tret­ba­rem Auf­wand erstel­len? Und wie fängt man an?

Krefelder Fairkehr - Schulwege

Nachholbedarf bei Qualität und Verfügbarkeit

Eine Unter­su­chung der Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen (BASt) aus dem Jahr 2012 zum Ein­satz von Schul­weg­plaä­nen kam zu einem ernüch­tern­den Ergeb­nis: Wäh­rend sie in man­chen Bun­des­län­dern ein bekann­tes und ange­nom­me­nes Instru­ment zur Erhö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit auf Schul­we­gen sind, ist die Ver­brei­tung in ande­ren Bun­des­län­dern oder Kom­mu­nen zu gering, als dass sie einen aus­rei­chen­den Bei­trag für die Ver­kehrs­si­cher­heit leis­ten könn­ten. „Die Erstel­lung der Plä­ne ist nicht über­all für Schu­len ver­pflich­tend. Und wer­den sie erstellt, sind die Emp­feh­lun­gen oft feh­ler­haft“, fügt Susan­ne Holo­cher hin­zu. Sie ist Exper­tin für Ver­kehrs- und Mobi­li­täts­ver­hal­ten bei der BASt. Häu­fig emp­feh­len die Plä­ne unsi­che­re oder zu lan­ge Wege, wel­che die Kin­der wahr­schein­lich gar nicht neh­men wür­den, führt sie wei­ter aus. „In ande­ren Fäl­len sind die Plä­ne zwar gut, aber sie wer­den kaum durch die Schu­len ver­brei­tet. Die sind dann viel­leicht auf der Home­page irgend­wo ver­steckt und die Eltern bekom­men davon gar nichts mit“, weiß Holo­cher. Um Schu­len, Kom­mu­nen, Poli­zei und Eltern bei der Ver­kehrs­si­cher­heits­ar­beit auf Schul­we­gen zu unter­stüt­zen, hat die BASt im Jahr 2013 den ers­ten Leit­fa­den für die Erstel­lung von Schul­weg­plä­nen her­aus­ge­bracht, der 2019 in der drit­ten aktua­li­sier­ten Fas­sung erschie­nen ist. „Dadurch wis­sen die­je­ni­gen, die den Plan erstel­len wol­len, wie sie damit anfan­gen sol­len und wie man den Pro­zess sinn­voll struk­tu­rie­ren kann“, erklärt die Expertin.

Für mehr Infor­ma­tio­nen zu den Schul­rad­weg­plä­nen von Kre­feld ein­fach hier kli­cken »
Dort sind auch alle aktu­el­len Kin­der­stadt­plä­ne von Kre­feld hinterlegt.

Schrittweise zu einem guten Ergebnis

Im ers­ten Kapi­tel des Leit­fa­dens wer­den zunächst bei­spiel­haft kar­to­gra­fi­sche Schul­weg­plä­ne für Grund­schu­len und wei­ter­füh­ren­de Schu­len gezeigt. Die­se Dif­fe­ren­zie­rung ist wich­tig, denn in der Grund­schu­le sind die Kin­der meist zu Fuß unter­wegs. „Da muss man das Ein­zugs­ge­biet – und somit auch den Kar­ten­aus­schnitt – meist nicht so groß machen“, weiß Susan­ne Holo­cher. In der wei­ter­füh­ren­den Schu­le fah­ren Kin­der häu­fig schon mit dem Fahr­rad oder neh­men Bus und Bahn. „In die­sen Plä­nen muss man ver­stärkt auf die Gefah­ren des Nah- und Rad­ver­kehrs ein­ge­hen. Zudem ist es sinn­voll, auf die Helm­nut­zung hin­zu­wei­sen oder Tipps zur Fahr­rad­war­tung zu geben“, führt die Exper­tin aus. Die Erstel­lung eines Plans für die eige­ne Schu­le erfolgt wie­der­um in meh­re­ren Schrit­ten – Start­pha­se, Bestands­auf­nah­men und Ana­ly­se sowie Umset­zung – die in dem Leit­fa­den aus­führ­lich und all­ge­mein­ver­ständ­lich beschrie­ben sind. Ergän­zend wird dar­ge­stellt, wie man eine Wir­kungs­kon­trol­le durch­füh­ren kann, um die Qua­li­tät des Plans zu prü­fen und mög­li­cher­wei­se Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men. Damit alle Aspek­te berück­sich­tigt wer­den, die bei der Schul­weg­pla­ner­stel­lung wich­tig sind, bie­tet der BASt-Leit­fa­den zudem Check­lis­ten zu The­men wie Ampeln, Geh- und Rad­we­gen oder der ÖPNV-Nut­zung. Sie hel­fen, Pro­ble­me auf Schul­we­gen selb­stän­dig zu erken­nen. Mit­tels ein­fa­cher Fra­gen kann man über­prü­fen, ob es sich bei bestimm­ten Stel­len oder Situa­tio­nen um eine mög­li­che Gefahr han­delt und wenn ja, wie man sie umge­hen oder sogar besei­ti­gen kann.

Auf der Sei­te www​.poli​zei​-dein​-part​ner​.de fin­den Sie vie­le wei­te­re The­men und Berich­te zum rich­ti­gen Umgang und Ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr. Beson­ders zur kor­rek­ten Ver­kehrs­er­zie­hung für Kin­der und Jugendliche.

(Gewerk­schaft der Polizei)

Zum Arti­kel »