Über 20 Jahre Krefelder Fairkehr

Das Kre­fel­der Erfolgs- 
modell zur Prävention 
von Verkehrsunfällen 
mit Kindern.

Über 20 Jahre Krefelder Fairkehr – 64 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Kindern

Als die Initia­ti­ve 1999 ihre Arbeit auf­nahm, war Kre­feld eine der bun­des­deut­schen Groß­städ­te mit den höchs­ten Kin­der­un­fall­zah­len. Seit­her hat sich viel getan: Die Zahl der ver­un­fall­ten Kin­der (bis 14 Jah­re) sank von 169 (1999) auf 73 (2018). Dies ist einer­seits auf die inten­si­ve, lang­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit der drei Part­ner Stadt, Poli­zei und Ver­kehrs­wacht zurück­zu­füh­ren, ande­rer­seits aber auch der akti­ven Mit­ar­beit der Krefelder/​innen zu ver­dan­ken. Gemein­sam mit den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern der Stadt Kre­feld der Initia­ti­ve „Kre­fel­der Fair­kehr“ haben wir es geschafft, in 20 Jah­ren die Kin­der­un­fall­zah­len mehr als zu halbieren.

Neue Wege in der Unfallforschung

Hans Hame­st­uk, Lei­ter des Arbeits­krei­ses Ver­kehrs­si­cher­heit für Kin­der und Micha­el Hüls­mann, Geschäfts­füh­rer der Initia­ti­ve Kre­fel­der Fair­kehr blei­ben selbst­kri­tisch in der Bewer­tung der Erfo­ge: „Wir gehen bei der Unfall­for­schung neue Wege, um ins­be­son­de­re die Frei­zeit­un­fäl­le mit Kin­der­be­tei­li­gung zu redu­zie­ren. Um die Ver­kehrs­un­fäl­le sowie Wege der Kin­der bes­ser zu ana­ly­sie­ren, soll ein gemein­sa­mes For­schungs­pro­jekt mit der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal ins Leben geru­fen wer­den, das u.a. die Frei­zeit­mo­bi­li­tät von Kin­dern in der Stadt unter­sucht. Durch Befra­gun­gen an Schu­len möch­ten wir her­aus­fin­den, wie Kin­der in der Frei­zeit zu ihren Zie­len gelan­gen: Wer­den die Wege noch eigen­stän­dig – zu Fuß oder mit dem Rad – zurück­ge­legt? Wer­den Kin­der heut­zu­ta­ge über­wie­gend gebracht und wie­der abge­holt? Wel­che Akti­vi­tä­ten haben Kin­der in ihrer Frei­zeit? Wer­den der öffent­li­che Stra­ßen­raum, Wege oder Plät­ze noch zum Spie­len genutzt? Sind Kin­der noch kör­per­lich aktiv und mobil oder gren­zen PC und Smart­pho­ne die zurück­ge­leg­ten Wege deut­lich ein?“

Polizei Krefeld

Die Poli­zei Kre­feld über­nimmt eine wich­ti­ge Rol­le bei der Initia­ti­ve Fair­kehr. Ver­kehrs­über­wa­chung, Ver­kehrs­un­fall­prä­ven­ti­on und Opfer­schutz sind die poli­zei­li­chen Ele­men­te bei der Ver­hin­de­rung von Kin­der­un­fäl­len und der Min­de­rung ihrer Fol­gen. Dies sind die wesent­li­chen Aktivitäten:

Prä­ven­ti­on

Die Poli­zei gibt bereits in der Kin­der­ta­ges­stät­te Tipps. Bezirks­be­am­te des jewei­li­gen Stadt­teils ver­mit­teln den Kleins­ten ers­te Ver­hal­tens­re­geln im Straßenverkehr.

In den Grund­schu­len wer­den die Tipps auf­ge­grif­fen und mit­hil­fe der Ver­kehrs­pup­pen­büh­ne vertieft.

In der 4. Klas­se erfolgt ein Fahr­rad­trai­ning, das mit der Rad­fahr­prü­fung abschließt.

In der wei­ter­füh­ren­den Schu­le wird den Jugend­li­chen die Bedeu­tung von Sicht­bar­keit im Stra­ßen­ver­kehr nahe­ge­bracht. Dazu gibt es eine Wan­der­aus­stel­lung („Black Box“), die u.a. von der Poli­zei beglei­tet wird.

In der Ober­stu­fe erreicht die Poli­zei jun­ge Fahr­an­fän­ger mit dem lan­des­wei­ten Pro­jekt „Crash Kurs“. Dabei infor­miert sie über die Gefah­ren und Kon­se­quen­zen von Alko­hol am Steuer.

Repres­si­on

Die Poli­zei über­wacht die Ein­hal­tung der Ver­kehrs­re­geln. Ein kon­ti­nu­ier­li­cher und hoher Kon­troll­druck soll die Ver­kehrs­teil­neh­mer dazu brin­gen, die Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen ein­zu­hal­ten. So kön­nen Unfäl­le oder ihre Fol­gen redu­ziert werden.

https://​kre​feld​.poli​zei​.nrw/

Krefelder Verkehrswacht: Programme und Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit

Die Kre­fel­der Ver­kehrs­wacht ist eine Teil­or­ga­ni­sa­ti­on der Lan­des­ver­kehrs­wacht NRW und dar­über der Deut­schen Ver­kehrs­wacht. Sie ist seit 1951 ein, mit eige­ner Sat­zung im Regis­ter des Amts­ge­rich­tes Kre­feld ein­ge­tra­ge­ner gemein­nüt­zi­ger Ver­ein. Die Deut­sche Ver­kehrs­wacht wird von rund 60.000 ehren­amt­li­chen Mit­glie­dern getra­gen, die in 630 Orts‑, Gebiets- und Kreis­ver­kehrs­wach­ten orga­ni­siert sind, die sich wie­der­um auf 16 Lan­des­ver­kehrs­wach­ten ver­tei­len. Durch Initia­ti­ve der DVW und mit Unter­stüt­zung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur, der Wirt­schaft und von Pri­vat­spen­dern wer­den Pro­gram­me und Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit erstellt und umge­setzt. Zu den Aktio­nen, die die DVW durch­führt, gehö­ren Pro­gram­me für Vor­schul­kin­der in Kin­der­ta­ges­stät­ten und Kin­der­gär­ten, Auf­klä­rungs­ak­tio­nen für jun­ge Fah­rer, Pro­gram­me für älte­re Ver­kehrs­teil­neh­mer, ört­li­che Fahr­rad­ta­ge, der maß­geb­lich vom Ver­band der Auto­mo­bil­in­dus­trie finan­zier­te Schü­ler- (bzw. Eltern-) lot­sen­dienst, die gemein­sam mit dem Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be durch­ge­führ­te Akti­on Licht-Test, Pro­gram­me zur schu­li­schen Ver­kehrs­er­zie­hung und die Verkehrskadetten.

Sie kön­nen uns auch durch ihre Mit­glied­schaft in der Ver­kehrs­wacht unterstützen.