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Landesverkehrswacht: Auftakt zu „Vorsicht Toter Winkel!“

By 21. Oktober 2013Januar 11th, 2021No Comments

Die Lan­des­ver­kehrs­wacht NRW hat in Kre­feld die lan­des­wei­te Kam­pa­gne „Vor­sicht Toter Win­kel!“ gestar­tet, bei der Rad­fah­rer vor rechts abbie­gen­den Fahr­zeu­gen gewarnt wer­den. Stell­ver­tre­tend für zahl­rei­che wei­te­re Kom­mu­nen in Nord­rhein-West­fa­len stat­te­te die Stadt Kre­feld mit der SWK 80 Bus­se ihrer Nah­ver­kehrs­flot­te, die 200 Fahr­zeu­ge ihres Ent­sor­gungs­be­triebs GSAK sowie ihre Bau­fahr­zeu­ge mit Auf­kle­bern aus, die die Rad­fah­rer vor dem Toten Win­kel war­nen. Auch die Kre­fel­der Spe­di­ti­on Bön­ders brach­te 50 Auf­kle­ber an ihren LKWs an.

„Immer wie­der kommt es zu Unfäl­len, bei denen rechts abbie­gen­de Kraft­fahr­zeu­ge mit Rad­fah­rern zusam­men­sto­ßen“, erläu­ter­te LVW-Prä­si­dent Heinz Hardt den Hin­ter­grund der Akti­on. „Wir wol­len daher die schwa­chen Ver­kehrs­teil­neh­mer mit Warn­pik­to­gram­men in der kon­kre­ten Ver­kehrs­si­tua­ti­on auf die Gefahr auf­merk­sam machen.“ Lebens­ge­fähr­lich wird es für die Rad­ler beson­ders dann, wenn es sich um nach rechts abbie­gen­de Bus­se oder LKW han­delt. Oft ist bei die­sen Unfäl­len auch der Tote Win­kel im Spiel, durch den Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger, die sich rechts neben den Fahr­zeu­gen befin­den, aus dem Sicht­be­reich der Fah­rer ver­schwin­den. Bei der Ver­kehrs­wacht-Akti­on wer­den an Groß­fahr­zeu­gen die Auf­kle­ber ange­bracht, die die Rad­fah­rer war­nen. Mit einem Heck­auf­kle­ber und der Mah­nung „Sicher nur mit Abstand dahin­ter!“ sol­len Biker davor abge­hal­ten wer­den, in die Lücke zwi­schen Fahr­zeug und Bord­stein zu fah­ren und so in den Toten Win­kel zu geraten.

Auch in sei­ner Funk­ti­on als Prä­si­di­ums­vor­sit­zen­der der Arbeits­ge­mein­schaft fuß­gän­ger- und fahr­rad­freund­li­cher Städ­te, Gemein­den und Krei­se in NRW sieht Kre­felds Ober­bür­ger­meis­ter Gre­gor Kaths­tede in der Akti­on einen wei­te­ren wich­ti­gen Bau­stein für mehr Ver­kehrs­si­cher­heit. „Unser Arbeits­kreis Ver­kehrs­si­cher­heit für Kin­der ‚Kre­fel­der Fair­kehr‘ klärt bereits seit mehr als zehn Jah­ren über den Toten Win­kel auf. Mit Hil­fe gepark­ter LKW wird den Kin­dern erläu­tert, wie schnell es pas­sie­ren kann, dass der LKW-Fah­rer Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer nicht sieht. Durch die Auf­kle­ber wird auf die Pro­ble­ma­tik nun auch im Ver­kehrs­ge­sche­hen hin­ge­wie­sen. Dadurch wird das Erlern­te wach geru­fen und auch ande­re, nicht geschul­te Ver­kehrs­teil­neh­mer wer­den vor der Gefahr gewarnt.“

„Lass mich vor­bei. Ich seh‘ dich nicht!“ lau­tet die Bot­schaft auf einem wei­te­ren Auf­kle­ber, der an der rech­ten Fahr­zeug­sei­te auf­ge­bracht wird. Damit sol­len Rad­fah­rer gewarnt wer­den, die sich par­al­lel zum Fahr­zeug bewe­gen. „Ein Rad­fah­rer ist immer in Gefahr, wenn er eine Stra­ßen­kreu­zung oder Ein­mün­dung über­quert, ohne sich vor­her zu ver­si­chern, dass er auch von den moto­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mern gese­hen wird“, so Hardt. „Der Blick­kon­takt ist entscheidend!“

zum Foto:
Ober­bür­ger­meis­ter Gre­gor Kaths­tede (rechts), Heinz Hardt, Prä­si­dent der Lan­des­ver­kehrs­wacht NRW (Mit­te) sowie der Kre­fel­der Poli­zei­prä­si­dent Rai­ner Furth brin­gen einen Auf­kle­ber an einem Bus der SWK an, der Rad­fah­rer vor der Gefahr des
Toten Win­kels warnt. Foto: Stadt Kre­feld, Pres­se und Kommunikation

„Kre­felds Poli­zei­prä­si­dent Rai­ner Furth ver­spricht sich von der Akti­on ein ver­bes­ser­tes Gefah­ren­be­wusst­sein aller Ver­kehrs­teil­neh­mer. „Lei­der sind Rad­fah­rer in Kre­feld beson­ders gefähr­det. Mit 341 ver­letz­ten Rad­fah­rern lag die­se Grup­pe in 2012 deut­lich an der Spit­ze, noch vor den Auto­fah­rern mit 294 Ver­letz­ten. Daher begrü­ßen wir die Initia­ti­ve der Ver­kehrs­wacht.“ Zwar errei­che die Poli­zei mit Schu­lung vie­le Kin­der an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len, doch ande­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen lie­ßen sich nur schwer sen­si­bi­li­sie­ren. „Wir hat­ten in der Ver­gan­gen­heit Unfäl­le, bei denen Senio­ren in den Toten Win­kel eines LKW gerie­ten. Die Warn­mo­ti­ve kön­nen hel­fen, sol­che Zusam­men­stö­ße zu verhindern.“

Auch die Ver­kehrs­wacht Kre­feld weiß um die Gefahr, die von rechts abbie­gen­den Bus­sen und LKW aus­geht. Daher woll­te man die neue Initia­ti­ve mög­lichst schnell umset­zen. „Die Belas­tung für Bus- und LKW-Fah­rer im All­tag ist hoch“, so Rai­ner Beh­rend, Geschäfts­füh­rer der Ver­kehrs­wacht. „Gera­de beim Abbie­gen müs­sen sie vie­les gleich­zei­tig im Auge behal­ten. Daher ist es wich­tig, dass auch die Rad­fah­rer dar­auf ach­ten, sich nicht in Gefahr zu bringen.“

Neben Kre­feld, wo der offi­zi­el­le Start­schuss fiel, wur­de die Akti­on „Vor­sicht Toter Win­kel!“ von den Ver­kehrs­wach­ten in Solin­gen, Unna und Ober­hau­sen gestar­tet. Wei­te­re Kom­mu­nen fol­gen. Die Lan­des­ver­kehrs­wacht NRW hat das Kon­zept ent­wi­ckelt und unter­stützt die 65 ört­li­chen Ver­kehrs­wach­ten im Land bei der Umset­zung vor Ort. Die Her­stel­lung der Auf­kle­ber wur­de durch TÜV Rhein­land mit­fi­nan­ziert, der auch Logis­tik­un­ter­neh­men für eine Akti­ons­teil­nah­me gewin­nen wird. Das Neus­ser Unter­neh­men 3M hat die hoch­wer­ti­ge Folie für den Auf­kle­ber­druck zur Ver­fü­gung gestellt. Außer­dem wird die Akti­on von der Arbeits­ge­mein­schaft fuß­gän­ger- und fahr­rad­freund­li­cher Städ­te, Gemein­den und Krei­se in NRW e.V. unterstützt. 

Wei­te­re Infor­ma­ti­on zur Akti­on „Vor­sicht Toter Win­kel!“ gibt es im Inter­net unter www​.vor​sicht​-toter​-win​kel​.de.