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Weniger Unfälle mit Beteiligung von Kindern

By 21. März 2022No Comments

Weni­ger Unfäl­le mit Betei­li­gung von Kindern:
„Fair­kehr“ – eine Kre­fel­der Erfolgs­ge­schich­te
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Mein Kre­feld 17. März 2022

Kre­feld. Die 1999 gegrün­de­te Akti­on „Kre­fel­der Fair­kehr“ zog eine posi­ti­ve Jah­res­bi­lanz 2021.  (Von Jörg Zellen)

Krefelder Fairkehr - Bilanz 2021

Prä­sen­tier­ten die Ver­kehrs­un­fall­bi­lanz mit Betei­li­gung von Kin­dern (von links): Micha­el Hüls­mann und Hans Hame­st­uk (Ver­kehrs­si­cher­heit),  Rai­ner Beh­rens (Ver­kehrs­wacht), Dag­mar Mose­ler (Füh­rungs­stel­le Ver­kehr), Manu­el Töb­ben (Ver­kehrs­wacht) sowie Vere­na Fischer (Lei­te­rin Direk­ti­on Ver­kehr). Foto: Sam­la Foto: Sam­la Fotoagentur/samla.de

Die Dra­ma­tik der Lage führ­te 1999 zur Grün­dung der Akti­on „Kre­fel­der Fair­kehr“. Sei­ner­zeit ver­un­fall­ten 169 Kre­fel­der Kin­der im Stra­ßen­ver­kehr – eini­ge davon sogar töd­lich.  Heu­te, 23 Jah­re spä­ter, hat sich die Situa­ti­on ent­spannt. Der letz­te Ver­kehrs­un­fall, bei dem ein Kind im Stadt­ge­biet zu Tode kam, liegt mitt­ler­wei­le fünf Jah­re zurück. Und so zogen die Ver­ant­wort­li­chen von Stadt, Poli­zei und Ver­kehrs­wacht, die am „Kre­fel­der Fair­kehr“ betei­ligt sind, eine zufrie­den­stel­len­de Bilanz für das Jahr 2021. Die Akti­ons­ge­mein­schaft regis­trier­te im ver­gan­ge­nen Jahr 67 Unfäl­le, bei denen 73 Mäd­chen und Jun­gen im Alter bis 14 Jah­ren betei­ligt waren. Auch wenn eine leich­te Häu­fung im Stadt­zen­trum zu ver­zeich­nen war, so will Poli­zei­rä­tin Vere­na Fischer, Lei­te­rin der Direk­ti­on Ver­kehr, kei­nen Unfall­schwer­punkt fest­ma­chen. Ein­deu­ti­ger sieht es bei der kalen­da­ri­schen Ver­tei­lung aus: Im Sep­tem­ber lag die Zahl der Kin­der, die an einem Unfall betei­ligt waren, bei 16.

Die Sta­tis­tik weist wei­te­re Auf­fäl­lig­kei­ten auf. So ereig­nen sich die meis­ten Kin­der-Unfäl­le in der Zeit zwi­schen 17 und 18 Uhr. 2021 lag die Zahl bei zehn. Folg­lich han­delt es sich „nicht unbe­dingt um Schul­weg­un­fäl­le“, sagt Vere­na Fischer. Das Frei­zeit­ver­hal­ten der jun­gen Kre­fel­der spie­le in die­sem Kon­text eine zuneh­mend wich­ti­ge­re Rol­le. Zum vier­ten Mal in Fol­ge waren es auch mehr Jun­gen (47) als Mäd­chen (26), die an einem Ver­kehrs­un­fall betei­ligt waren. Wor­an dies liegt? Dazu, so die Poli­zei­rä­tin, lie­gen kei­ne wei­te­ren Daten vor, man kön­ne nur mutmaßen.

Über­aus glück­lich zei­gen sich die „Fairkehr“-Macher, dass auch im ver­gan­ge­nen Jahr kein Kind auf den Stra­ßen Kre­felds töd­lich ver­un­glück­te. Dies war zuletzt 2017 an der Glad­ba­cher Stra­ße der Fall. Gleich­wohl erlit­ten 2021 neun Kin­der schwe­re, 64 leich­te Ver­let­zun­gen in Fol­ge eines Unfalls.

Die Art der Ver­kehrs­be­tei­li­gung: In 29 Fäl­len saßen die Kin­der auf dem Rad, 23 Mal nah­men sie als Fuß­gän­ger am Stra­ßen­ver­kehr teil, 17 Mal saßen sie als Bei­fah­rer in einem Pkw.

Die häu­figs­ten Unfall­ur­sa­chen: „Miss­ach­tung von Vorfahrt/​Vorrang) sowie „Fal­sches Ver­hal­ten als Fußgänger“.

„Wir schau­en uns die Zah­len zuneh­mend dif­fe­ren­zier­ter an, um wei­te­re Wege zu fin­den, die Sicher­heit der jüngs­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer zu schüt­zen“, fasst Vere­na Fischer zusammen.

Übri­gens: Rai­ner Beh­rens, Geschäfts­füh­rer der Ver­kehrs­wacht, grün­de­te die Akti­on „Kre­fel­der Fair­kehr“ vor 23 Jah­ren mit. In weni­gen Wochen jedoch zieht er sich zurück. Was ihn nach­denk­lich stimmt: Die Zahl der­je­ni­gen Kin­der, die die Fahr­rad­prü­fung bestehen, ist rück­läu­fig. „Und dies wird sich wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie kaum ver­än­dert haben“, befürch­tet er. Grunnd­sätz­lich lau­tet die Emp­feh­lung von „Fair­kehr“ ohne­hin: Die Kin­der soll­ten den Schul­weg zu Fuß, spä­ter dann mit dem Rad bewäl­ti­gen. Die „Eltern­ta­xis“ ver­hin­dern häu­fig die Selbst­stän­dig­keit, um sich sicher im Ver­kehr zu bewegen.

Prä­ven­tiv will „Fair­kehr“ wei­te­re Maß­nah­men ergrei­fen. So sol­len die Aktio­nen zum War­nen vor dem „Toten Win­kel“ künf­tig bereits in der vier­ten Klas­se der Grund­schu­le durch­ge­führt werden.

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(Mein Kre­feld 17. März 2022)