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Jugendliche von Fahrradhelmen überzeugen

By 19. Juli 2021No Comments

In Deutsch­land besteht beim Fahr­rad­fah­ren kei­ne Helm­pflicht. Laut einer Stu­die der Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen (BASt) tra­gen etwa 72 Pro­zent der Kin­der im Alter zwi­schen sechs und zehn Jah­ren den­noch einen Helm. In ande­ren Alters­grup­pen sind es aller­dings nur noch 19 Pro­zent. Der Pro­test gegen den Helm wird ins­be­son­de­re bei Jugend­li­chen laut. Die Argu­men­te dage­gen rei­chen von „unsty­lisch“ über „uncool“ bis „unbe­quem“. Wie kann man Jugend­li­che über­haupt noch von der Not­wen­dig­keit eines Helms über­zeu­gen? Wie kön­nen Trend­sport­ar­ten und Influ­en­cer dem Kopf­schutz ein coo­le­res Image verleihen?

Verbote schaffen kein Vertrauen

Dass Eltern ihre her­an­wach­sen­den Kin­der in der Puber­tät dazu zwin­gen, einen Helm zu tra­gen, hält Dr. Susann Rich­ter für eine wenig ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­me. Die Wis­sen­schaft­le­rin forscht an der TU Dres­den im Bereich Ver­kehrs­psy­cho­lo­gie. „In die­sem Alter ist es schwer, Pflich­ten durch­zu­set­zen. Den Eltern muss natür­lich bewusst sein, dass es pas­sie­ren kann, dass das Kind mit dem Helm los­fährt und ihn an der nächs­ten Ecke wie­der absetzt“, erklärt sie. Auch die Vor­bild­wir­kung von Eltern, die selbst einen Helm tra­gen, schätzt sie als gering ein: „Es stimmt, dass sozia­les Ler­nen über ein Vor­bild funk­tio­niert, des­sen Ver­hal­ten ange­nom­men wird. Das Pro­blem ist aber, dass sich Jugend­li­che in der Puber­tät eher von den Eltern abgren­zen. Gera­de weil die Eltern einen Helm tra­gen, wol­len die Jugend­li­chen dann eben kei­nen Helm mehr tragen.“

Krefelder Fairkehr Fahrradhelme für Kinder und Jugendliche

Jugendliche suchen sich andere Vorbilder

Susann Rich­ter sieht eine stär­ke­re Vor­bild­wir­kung bei Peers – also Gleich­alt­ri­gen – oder Per­so­nen des öffent­li­chen Lebens. Dabei spie­len Influ­en­cer heut­zu­ta­ge eine wich­ti­ge Rol­le. „Wenn Jugend­li­che auf You­Tube oder Insta­gram sehen, dass ihre Hel­den Schutz­klei­dung tra­gen, dann wirkt das eher ver­hal­tens­ent­schei­dend und sie neh­men das als nor­mal und tren­dig an.“ Auch Sport­le­rin­nen und Sport­ler kön­nen auf Jugend­li­che eine ent­spre­chen­de Wir­kung haben. Durch Trend­sport­ar­ten wie BMX-Fah­ren, Skate- oder Snow­boar­ding haben Hel­me in den letz­ten Jah­ren bereits an Akzep­tanz gewon­nen. „Bei den Sport­lern wird der Helm als Acces­soire ange­se­hen, das zwar Sicher­heit ver­mit­telt, aber auch ein­fach dazu gehört und cool aus­sieht“, sagt die Ver­kehrs­psy­cho­lo­gin. In dem Zusam­men­hang kann es sinn­voll sein, dass Hel­me auch da ange­bo­ten wer­den, wo Jugend­li­che ihre Klei­dung kau­fen. „Der Helm darf nicht mehr als Sicher­heits­zu­satz ver­stan­den wer­den, den ich noch extra kau­fen muss. Er soll­te ein Beklei­dungs­teil sein, das ich in Fahr­si­tua­tio­nen ein­fach auto­ma­tisch auf­set­ze“, emp­fiehlt die Exper­tin. Beim Design genü­gen oft klei­ne opti­sche Ver­än­de­run­gen, um sie von den klas­si­schen grel­len Kin­der­hel­men abzu­gren­zen und jugend­lich aus­se­hen zu lassen.

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(Gewerk­schaft der Polizei)