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20 Jahre Krefelder Fairkehr – die Bilanz

By 31. Oktober 2019November 16th, 2020No Comments

Kre­fel­der Fair­kehr: 20 Jah­re Fair­kehr – die Bilanz
Rhei­ni­sche Post 30. Okto­ber 2019

Kre­feld Seit 20 Jah­ren gibt es die Akti­on Kre­fel­der Fair­kehr. In die­ser Zeit gin­gen die Unfäl­le mit Kin­dern ste­tig zurück. Bis heu­te um gut 56 Pro­zent. Die Erfolgs­ge­schich­te soll fort­ge­schrie­ben  (von Sven Schalljo)

Unfäl­le, spe­zi­ell schwe­re Unfäl­le, von Kin­dern im Stra­ßen­ver­kehr sind für alle Betei­lig­ten trau­ma­tisch. Eltern, Mit­schü­ler, aber auch die „Unfall­geg­ner“ lei­den oft ihr Leben lang. Um die­ses Leid zu ver­min­dern, rief die Stadt Kre­feld im Jahr 1999 die Akti­on Kre­fel­der Fair­kehr ins Leben. „Dabei war aber gar nicht so sehr die Zahl der 169 Unfäl­le mit Kin­dern im Jahr 1999 ent­schei­dend. So erschre­ckend hoch sie war, in den Jah­ren davor lagen wir teil­wei­se sogar über 200. Auf­ge­rüt­telt wur­den wir durch drei töd­li­che Unfäl­le mit Kin­dern bin­nen kür­zes­ter Zeit. Wer ein­mal Eltern, die das erle­ben müs­sen, in die Augen schaut, der ver­gisst das nie­mals“, erin­nert Rai­ner Beh­rens, der Geschäfts­füh­rer der Ver­kehrs­wacht Kre­feld, an die Anfän­ge der Aktion.

Die Ent­wick­lung der Zah­len mit Kin­der­un­fäl­len in Kre­feld in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren. Foto: Stadt Krefeld

Mit die­sem Pla­kat begann alles; die Akti­on hieß damals noch nicht „Fair­kehr“. Der Begriff wur­de im zwei­ten Anlauf erfun­den. Foto: Stadt Krefeld

Er (Beh­rens) mahnt auch, dass der deut­li­che Rück­gang um über 56 Pro­zent auf 73 Unfäl­le im Jahr 2018 kein Ruhe­kis­sen sein dür­fe. „Wir müs­sen dran­blei­ben. Das sind immer noch 73 Unfäl­le zu viel. Es müs­sen unbe­dingt auch 40 Jah­re Fair­kehr wer­den“, appel­liert er. Dabei erhält er Zustim­mung von Vere­na Fischer, der neu­en Lei­te­rin der Direk­ti­on Ver­kehr der Poli­zei Kre­feld. „Die Redu­zie­rung der Unfäl­le mit Kin­dern ist und bleibt Chef­sa­che bei der Poli­zei. Der Erfolg gibt uns Recht, aber nicht zuletzt als Mut­ter sage ich: Wir müs­sen auch wei­ter­ma­chen.“ (Rai­ner Behrens)

Wit­zig und ernst: Die­se Akti­on erin­nert an das Beatles-Cover.
Foto: Stadt Krefeld

Neue Plakataktion ist bereits angelaufen 

Eine neue Pla­kat­ak­ti­on zum Jubi­lä­um des Fair­kehrs ist bereits ange­lau­fen. Am Bahn­hof und an ande­ren Stel­len in Kre­feld sind zwei Pla­ka­te zu sehen, auf denen Kin­der den Betrach­ter anse­hen und lächeln.

Zu lesen steht „Dan­ke, dass Du im Stra­ßen­ver­kehr auf mich ach­test“ und „Dan­ke, dass Du bremst, wenn Du mich an der Stra­ße siehst“. Jost Kem­mer­ling, Desi­gner der ver­ant­wort­li­chen Agen­tur Rei­ber, sagt: „Wir wol­len einen Schul­ter­schluss und mit dem Ergeb­nis emo­tio­na­li­sie­ren. Wir wol­len die Men­schen, die Pla­ka­te betrach­ten, ins Boot holen.“ Die neue Pla­kat­kam­pa­gne soll damit wie­der mehr Auf­merk­sam­keit für die Akti­on Fair­kehr generieren.
Der Kre­fel­der Fair­kehr wirbt nicht nur mit Pla­ka­ten für mehr Rück­sicht im Stra­ßen­ver­kehr. Auch Kon­trol­len von Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen und Falsch­par­ken in Kreu­zungs­be­rei­chen oder auf Rad­we­gen sind ein Teil des Konzepts.

Eine zwei­te Arbeits­grup­pe sorg­te für Ver­än­de­run­gen in der Ver­kehrs­füh­rung bei Kreis­ver­keh­ren, Geschwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen oder „Kre­fel­der Kissen“.

Die drit­te Grup­pe orga­ni­sier­te Ver­kehrs­er­zie­hung von Fahr­rad­prü­fun­gen über Schul­weg­trai­ning bis hin zu Kin­der­stadt­plä­nen, und die vier­te Grup­pe schließ­lich gestal­te­te für Pla­kat­ak­tio­nen und den Inter­net­auf­tritt samt Mas­kott­chen „Fred­dy Fair“.

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(Rhei­ni­sche Post 30. Okto­ber 2019)

 

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