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Geisterfahrer auf dem Rad

By 23. November 2009Januar 11th, 2021No Comments

Läs­sig sitzt der Rocker auf sei­nem Rad, erschreckt im Vor­bei­fah­ren ein paar Leu­te an der Bus­hal­te­stel­le und ver­sucht dann zwei Mäd­chen zu beein­dru­cken. Doch wäh­rend er noch sei­ne Son­nen­bril­le zurecht­rückt, erfasst ihn ein Auto. Er ist auf der fal­schen Sei­te gefah­ren. Die Gefahr von Geis­ter­fah­rern auf dem Draht­esel soll die­se Sze­ne deut­lich machen, die die Initia­ti­ve Kre­fel­der Fair­kehr für ihren neu­en Wer­be­spot mit der Kame­ra hat ein­fan­gen las­sen. „Die Hälf­te aller Kin­der ver­un­glü­cken im Stra­ßen­ver­kehr mit dem Rad. Das Fah­ren auf der fal­schen Stra­ßen­sei­te ist die Spe­zia­li­tät vie­ler Kre­fel­der. Kin­dern und Erwach­se­nen ist die Gefahr nicht bewusst“, betont Poli­zei­spre­cher Wolf­gang Lind­ner. Er hofft mit dem neu­en Kino­spot auf das Risi­ko auf­merk­sam zu machen, „denn die Auto­fah­rer rech­nen mit den Rad­lern von der fal­schen Sei­te ein­fach nicht.“

Der 40-Sekun­den-Strei­fen läuft auf allen Cine­ma­xx-Lein­wän­den immer nach der Wer­bung und vor den Film­vor­schau­en. Die Sze­ne spielt sich an der Uer­din­ger Stra­ße ab und zu sehen sind ganz nor­ma­le Kre­fel­der wie Lena und Pau­la. Die bei­den Mäd­chen radeln dem Rocker im Spot auf der rich­ti­gen Sei­te ent­ge­gen. „Ich muss­te ‚coo­ler Helm‘ sagen und Lena ‚aber lei­der auf der fal­schen Stra­ßen­sei­te‘ “, erzählt Pau­la. Die Zehn­jäh­ri­ge hat zum ers­ten Mal vor der Kame­ra gestan­den. „Das war schon sehr auf­re­gend.“ Neben­bei haben die bei­den Mäd­chen eini­ges gelernt. „Vor allem, wie wir den Text behal­ten, wie wir ste­hen müs­sen und uns aus­drü­cken kön­nen“, erzählt Lena (12). Mit dem Ergeb­nis sind die bei­den ganz zufrie­den. „Nur ich habe mei­nen Text etwas gelei­ert, das war nicht so schön“, sagt Pau­la selbstkritisch.

Sie wer­den noch viel Gele­gen­heit haben, sich auf der Lein­wand zu begut­ach­ten, denn die Wer­be­se­quenz soll ein Jahr lang die Kino­be­su­cher auf­klä­ren. Soviel Zeit hat­te Pro­du­zent Ste­phan Kraus für die Umset­zung nicht. Er muss­te das Pro­jekt kurz­fris­tig ver­wirk­li­chen, denn ursprüng­lich soll­te ein ganz ande­rer Film ablau­fen. „Wir pla­nen ein Inter­net-Spiel zum rich­ti­gen Ver­hal­ten im Ver­kehr und woll­ten das in die­sem Jahr bewer­ben. Doch die auf­wän­di­ge Pro­duk­ti­on ist nicht recht­zei­tig fer­tig gewor­den und so muss­ten wir die­se Idee ver­schie­ben“, berich­tet Felix Mey­hoef­fer vom Arbeits­kreis Fair­kehr. Die Alter­na­ti­v­i­dee sei dann gemein­sam mit dem Pro­du­zen­ten spon­tan ent­stan­den. Der hat­te nicht nur die Auf­ga­be die geplan­te Geschich­te schnell in Sze­ne zu set­zen, son­dern muss­te auch die Kos­ten im Blick behal­ten. Um den­noch Qua­li­tät lie­fern zu kön­nen, bedien­te er sich einer neu­en Tech­nik. „Wir haben mit einer hoch­auf­lö­sen­den Foto­ka­me­ra gedreht und waren selbst über­rascht von dem Ergeb­nis“, erzählt Ste­phan Kraus. Dar­über hin­aus habe sein Team sehr effek­tiv gear­bei­tet. „Es sind fast alle Ein­stel­lun­gen in den Film eingeflossen.“

Obwohl der Strei­fen zehn Sekun­den län­ger ist als sei­ne Vor­gän­ger hat er nur 15 000 Euro gekos­tet. „Das ist sicher kein markt­üb­li­cher Preis“, betont Wolf­gang Lind­ner. Die Hälf­te der Kos­ten über­nimmt das Land Nord­rhein-West­fa­len. Damit künf­tig alle Rad­ler wie Lena und Pau­la auf der rich­ti­gen Stra­ßen­sei­te fahren.

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