18 Aug

Erste Krefelder „Elternhaltestelle“ wurde in Uerdingen eröffnet

Die Eltern, Lehrer und Schüler der Edith-Stein-Grundschule in Uerdingen haben sich entschlossen, die erste „offizielle“ Elternhaltestelle in Krefeld einzurichten. Mit viel Einsatz in der Vorbereitung, so wurde zum Beispiel das jährliche Schulfest unter dem Motto, „wir gehen sicher zur Schule“ veranstaltet, wurden die Weichen für die Umsetzung dieses Konzeptes gestellt. Dabei waren die Krefelder Polizei, die Verkehrswacht und die Verkehrssicherheitsinitiative „Krefelder FAIRKEHR“ behilflich. Am Montag, 17. August 2015 wurde die erste Elternhaltestelle in Krefeld ihrer Nutzung übergeben.

Elternhaltestelleschild

Alle Akteure sind sich einig, dass man Am Lindenplatz/Arndtstraße eine geeignete Örtlichkeit gefunden hat. Die dortigen Anwohner haben zwar zum Teil noch nachvollziehbare Einwände und wollen sich erst selbst noch überzeugen lassen. Aber auch hier steht der Wunsch, alles Notwendige zu tun, um die Verkehrssicherheit für Kinder zu verbessern im Vordergrund. Auch die dort ansässige Moscheegemeinde leistet ihren Beitrag und stellt ihren überdachten Vorplatz bei Regenwetter zum Aufenthalt für wartende Kinder zur Verfügung. Genauso funktioniert eine gemeinsame Aktion. Die rund 250 Meter Wegstrecke vom Lindenplatz zur Schule an der Traarer Straße werden von Mitgliedern der Elterninitiative überwacht.

Elternhaltestelle

 

Das Thema Verkehrssicherheit für Kinder steht in Krefeld schon seit vielen Jahren an oberster Stelle. Seitdem sich die Initiative Krefelder FAIRKEHR im Jahr 1999 gebildet hat, bemühen sich die darin verbundenen Partner, die Stadt Krefeld, das Polizeipräsidium Krefeld und die Verkehrswacht, darum, möglichst viele verkehrssichernde Aspekte zu berücksichtigen.

 

Neben der Gestaltung des Verkehrsraumes, der Ahndung von Verkehrsverstößen und der Verkehrsaufklärung für Kinder und Jugendliche, rückt dabei auch die Feststellung in den Blickpunkt, dass die Eltern unserer Kinder ein hohes Maß an Verantwortung mittragen. Insbesondere der Weg von und zur Schule stellt für Eltern ein Problem dar. Aus Angst, dass ihre Kinder Opfer von Verkehrsunfällen oder Übergriffen werden könnten, schränken viele von ihnen die Mobilität ihrer Kinder kontinuierlich ein. Manchmal ist natürlich auch Gewohnheit oder die reine Bequemlichkeit der Grund, warum der Nachwuchs mit dem „Elterntaxi“ bis unmittelbar vor das Schultor gefahren wird. Durch verbotswidriges Halten oder riskante Wendemanöver behindern sie dabei nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern gefährden auch die Kinder – die eigenen übrigens eingeschlossen.

 

Nach überwiegender Expertenmeinung ist es für Kinder besser, den Weg zur Grundschule zu Fuß zurückzulegen, sofern die Schulwege sicher sind und anhand von Schulwegplänen eingeübt wurden. Da wo Schulwege in der Praxis Defizite in der Verkehrssicherheit aufweisen, bringen viele Eltern ihre Kinder jedoch lieber mit dem Auto zur Schule.

Elternhst.IMG_3519 Kopie 2

Um dennoch für eine Entlastung der häufig chaotischen Abläufe unmittelbar vor der Schule zu sorgen, schlägt die Initiative Krefelder FAIRKEHR die Einrichtung von Hol- und Bringzonen vor, den sogenannten Elternhaltestellen. Hier können die Kinder – in der Nähe zur Schule – von ihren Eltern in Bereichen abgesetzt werden, die sich fußläufig günstig zur Schule befinden und an denen deutlich einfacher angehalten werden kann. Vielleicht schließen sich andere Krefelder Grundschulen in Kürze dem Beispiel der Uerdinger Grundschule an.