Die Stadt Krefeld arbeitet fortlaufend daran, insbesondere die Schulwege in Krefeld sicherer zu machen – unter anderem durch bessere Beleuchtung, neue Verkehrsregelungen und innovative Projekte. In einer Vorlage für den kommenden Planungsausschuss am 1. Juli 2026 liefert sie zu den gegenwärtigen Projekten einen Sachstandsbericht. „Es gab eine Zeit, in der wir durch diverse Maßnahmen, die Zahl der Kinderunfälle in Krefeld senken konnten. Seit 2009 stagnieren die Unfallzahlen aber wieder“, erklärt Beatrice Kamper als Leiterin des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung. „Wir müssen Ursachen, Muster und Handlungsansätze deswegen besser in den Blick nehmen und in die Umsetzung kommen. Hier brauchen wir die Unterstützung von Schulen und Eltern.“
Seit 2025 beschäftigt sich eine stadtinterne Arbeitsgruppe damit, Schulumfelder sicherer zu gestalten. Dazu besichtigt die Gruppe Schulstandorte und spricht mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen über mögliche Verbesserungen der Verkehrssicherheit. Basis der Arbeitsgruppe bilden auch die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zu Kinderunfällen mit der Bergischen Universität im Rahmen von „Krefelder Fairkehr“, die im Februar in den politischen Gremien vorgestellt wurden.
Seit Gründung der Arbeitsgruppe konnten an vier Schulen bereits Maßnahmen umgesetzt werden: Vor der Grotenburg-Schule in Bockum wurde zum Beispiel im März eine neue Beleuchtung installiert. Schilder sollen folgen, die auf den Einsatz von Verkehrshelfern am Fußgängerüberweg aufmerksam machen. An der Kompass-Grundschule in Cracau wurde ein Parkplatz entfernt und so die Sicht auf das Straßengeschehen verbessert. Eine neue Sperrfläche und die Einrichtung von Pollern sichern jetzt die Querungsmöglichkeit für Schülerinnen und Schüler besser ab. Auch an der Grundschule Westparkstraße am Haus der Bildung wird zurzeit überlegt, für eine bessere Querung zu sorgen – durch vorausgegangene Maßnahmen hatten die Akteure bereits versucht, den Verkehr zu beruhigen. An der Lindenstraße in Forstwald gab es ebenfalls Verbesserungen: Es wurden neue Halteverbotsschilder aufgestellt und Schutzblinker installiert.
Die Stadt nimmt in der Vorlage auch Stellung zur Einrichtung von Schulstraßen. Schulstraßen sind Straßenabschnitte im Umfeld von Schulen, die nach neuen Landesregelungen zeitweise oder dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt werden können. „Die Einrichtung ist allerdings komplex und mit einem hohen Aufwand seitens der Verwaltung, aber auch seitens der Schule und der Elternschaft verbunden. Kommen beispielsweise Sperrbaken zum Einsatz, müssten in den jeweiligen Sperrzeiten ehrenamtliche, geschulte Hilfspersonen diese Sperrbaken für Anwohner, ÖPNV und gegebenenfalls Rettungsfahrzeuge wegräumen“, sagt Bea Kamper. „Die Umsetzbarkeit muss deswegen vorab gut geprüft werden“.
