Die neuen Schulradwegepläne 2010

Die neuen Schulradwegepläne 2010
Im Jahr 1998 wurde für die Stadt Krefeld ein Handlungskonzept zur Reduzierung von Kinderunfällen erstellt. Dieses Handlungskonzept wurde unter Beteiligung der Ruhr-Uni- Bochum und Umweltpsychologen der Zeus GmbH auf der Basis von Unfallanalysen und Verhaltensuntersuchungen erstellt. Diesen aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnissen wurde in der Folgezeit durch eine Vielzahl von, der Verkehrssicherheit dienenden Maßnahmen fachbereichsübergreifend, Rechnung getragen.

So wurde infolge der Erkenntnis, dass die Reduzierung von Fahrradunfällen, insbesondere  Kinderradunfälle, Priorität haben muss, nach Maßnahmen gesucht, die hier eine positive Entwicklung unterstützen könnten.

Eine wirkungsvolle Einflussnahme gerade im Bereich von Kinder und Jugendlichen zur Reduzierung der Unfallzahlen beizutragen wurde in der Einbindung der Schulen durch aufklärende und schulwegbegleitende Aktivitäten gesehen. Insbesondere die Festlegung des Gesetzgebers,  das Verkehrserziehung Teil des Unterrichts- und Erziehungsauftrages der Schule ist, bietet die Möglichkeit flächendeckender Maßnahmen.

In Rahmen dieser Überlegungen wurden  2001/2002 erstmals die Schulradwegepläne in Zusammenarbeit der Fachbereiche Vermessungs- und Katasterwesen, Tiefbau und Schule, Pädagogischer und Psychologischer Dienst erarbeitet und erstellt.

Konzeptionelles Anliegen war es über ein ansprechendes Layout Kinder und Jugendliche anzusprechen und  vor allem die Schulwege sicherer zu gestalten.
Ein Schulradwegenetz sollte aufgebaut werden und das Radfahrtraining an den weiterführenden Schulen fortgesetzt werden. Darüber hinaus sollten die Erziehungsberechtigten einbezogen werden, ermuntert werden, mit Ihren Kindern den Schulweg zu üben bzw. über eine Nutzung  der Schulradwegepläne auch im Freizeitbereich auf Gefahren und bestimmte Regeln im Straßenverkehr hinzuweisen.

Es wurden insgesamt 10 Einzelpläne im Verhältnis 1/100  erstellt, die auf bestimmte Schulen und Schulwege ausgelegt sind. Unter Beachtung und Hinweis zu  Radwegen, Kreuzungen, Richtungen etc..  Eine Gesamtkarte Krefelds (1/200) auf der Rückseite bietet die Möglichkeit die Karten für das gesamte Stadtgebiet zu nutzen. Da der Schulrad- wegeplan auf die Benutzergruppe ausgerichtet ist, ergibt sich eine klare Abgrenzung von der üblichen Radwanderkarte. Turnusmäßig  wird das Kartenmaterial der Schulradwegepläne alle zwei Jahre überarbeitet und in aktualisierter Form neu gedruckt.

Wie Ihnen bereits aus den Unfallstatistiken bekannt, ist leider noch bei jedem dritten Unfall ein Radfahrer (auch Schüler/innen) beteiligt. Vor diesem Hintergrund, wurde die diesjährigen Aktualisierung des Kartenmaterials genutzt , um die Schulradwegepläne für die Schüler/innen ansprechender und interessanter zu gestalten. Ein den heutigen Trends entsprechendes Layout wurde gewählt und die Texte wurden den jetzigen Anforderungen angepasst.

Die Schulradwegepläne erhalten alle Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen in den weiterführenden Schulen, um ihnen somit die Möglichkeit zu geben, den neuen Schulweg kennenzulernen und sich auf sicheren Radwegen, nicht nur auf dem Weg zur Schule, zu bewegen. Die Schulen greifen im Rahmen der Verkehrserziehung die Problematik auf und unterstützen somit die Bestrebungen von Polizei und Schulaufsicht zur Verkehrssicherheit und damit zur Reduzierung der Unfallzahlen beizutragen.

Verkehrserziehung kann allerdings nicht nur von den dafür zuständigen Stellen betrieben werden. Die Mitwirkung der Erziehungsberechtigten ist ein wesentlicher Faktor. Auch hier bieten die Schulradwegepläne eine gute Möglichkeit, dass sich Kinder und Eltern gemeinsam mit Radwegen, Ampelanlagen, etc. auseinander setzen und gemeinsam einen sicheren Schulweg  erarbeiten.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass in Zeiten defizitärer Haushalte die Fortführung dieser Maßnahmen nur noch durch die bzw. mit der Hilfe von Sponsoren möglich ist.