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Zahl der Kinderunfälle 2009 wieder leicht gestiegen

Im Jahre 2009 musste gegenüber dem Vorjahr bei der Anzahl der verunglückten Kinder wieder ein deutlicher Anstieg registriert werden. Damit wurde fast das Ergebnis von 2007 erreicht. 17 Kinder erlitten bei ihren Unfällen schwere Verletzungen. Im landesweiten Ranking bei der Verletztenhäufigkeitsziffer belegt Krefeld den letzten Platz der 47 Behörden.

83 Kinder verunglückten 2009 als aktive Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet zwar nur einen Anstieg um eins gegenüber dem Vorjahr. In 38 Fällen waren Kinder als Fahrradfahrer unterwegs. 43 (Vorjahr: 15) Kinder verletzten sich als Mitfahrer, sog. passive Verkehrsunfälle. Das sind fast drei mal soviel wie im Jahr 2008. 35 Kinder davon wurden im Pkw als Mitfahrer verletzt, 6 im Bus und 2 bei Sonstige. Mit 33 Verkehrsunfällen in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr liegt der Schwerpunkt in der Freizeit, hier sind Kinder besonders gefährdet. In der Zeit zwischen 7:00 und 8:00 Uhr, in der sich Kinder auf dem Weg zur Schule befinden, verunglückten 9 von ihnen.

Die häufigsten Unfallursachen von Verkehrsteilnehmern gegenüber Kinder waren:

  • Falsches Verhalten gegenüber Fußgänger (9x)
  • Abbiegender Fahrzeugführer missachtet Vorrang des Radfahrers (5x)
  • Nichtbeachten der Vorfahrt (5x)
Bei den Kinder waren die häufigsten Unfallursachen:
  • Betreten und Queren der Fahrbahn, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten (29 x)
  • Überqueren der Fahrbahn als Fahrradfahrer (5 x)
  • Benutzung des falschen Radweges (3 x)

Zur Gesamtbilanz gehört jedoch auch der Hinweis, dass es immer wieder Schwankungen bei der Unfallentwicklung gibt. So waren 2004, 2006 und 2008 zum Beispiel „erfolgreich“ mit geringen Verletztenzahlen, während 2003, 2005, 2007 und 2009 Rückschläge hinnehmen musste. Von den Verantwortlichen war deshalb auch stets betont worden, dass eine seriöse Bewertung des Unfallgeschehens nur über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel über zehn Jahren – möglich sei.
Gleichzeitig blickt der Arbeitskreis, besser bekannt als Initiative „Krefelder Fairkehr“, auf zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Stadtverwaltung, Polizei und Verkehrs- wacht sind 1999 in die intensive Phase der Bekämpfung der Kinderunfälle eingetreten. Ausgangspunkt waren eine Untersuchung und ein Handlungskonzept der Ruhruniversität Bochum. Zuvor konnte 1998 die „Stiftung für Kriminalprävention“ unter Leitung von Klaus Stüllenberg in Münster-Hiltrup für ein Forschungsprojekt gewonnen werden. Sie beauftragte die Ruhr-Universität Bochum – Lehrstuhl für Verkehrswesen – mit einer Analyse von rund 800 Unfällen mit Kindern und daraus resultierend mit der Entwicklung eines Handlungs- konzepts.
Im Focus der Initiative steht seitdem insbesondere die Gruppe der zehn bis 14 Jahre alten Radfahrer. Aber auch hier kann die Initiative erfreuliche Zahlen vorweisen. Verunglückten 2007 noch 64 Kinder dieser Altersgruppe auf Fahrrädern, reduzierte sich diese Zahl 2008 auf 40 Unfälle und 2009 auf 38 Unfälle. Trotzdem besteht auf diesem Gebiet weiter Handlungsbedarf. Die Ursachen dafür werden unter anderem im mangelnden Risikobewusstsein besonders der Jungen in dieser Altergruppe gesehen, dem weiter mit verstärkter Aufklärung auch an den Schulen entgegengetreten werden muss. Betroffen zeigte sich der Arbeitskreis aber darüber, dass im Oktober 2008 wieder ein Kind in Krefeld tödlich verunglückte: Ein 14 Jahre alter Radfahrer aus Hüls. Seit 2005 war bis dahin kein Kind mehr auf Krefelder Straßen tödlich verletzt worden.
Die Zahl der schwer verletzten Kinder ist 2009 allerdings leicht gestiegen.Nach 2008 mit neun schwerverletzten Kindern registrierte die Polizei 2009 einen Anstieg um acht Unfälle, so dass sich insgesamt 17 Verkehrsunfälle mit anschließender stationärer Behandlung in einem Krankenhaus ereigneten.1999 war diese Zahl mit 41 schwer verletzten Kindern mehr als drei Mal so hoch. Die Ursache für den Rückgang sehen die Fachleute vor allem im verminderten Geschwindigkeitsniveau des KFZ-Verkehrs auf Krefelder Straßen. Die unver- mindert hohe Zahl der Verkehrskontrollen von Polizei und Stadt habe auch 2009 dazu geführt, dass sich die registrierten Tempo-Verstöße in den letzten Jahren kontinuierlich verringert haben. Prozentual lagen die Überschreitungen bei rund sieben Prozent aller Kontrollen. In anderen Städten liegt diese Quote deutlich höher, in Einzelfällen bis zu rund 20 Prozent.

Einen wichtigen Beitrag zum Rückgang der Unfallzahlen mit Kindern leisteten auch die zahlreichen baulichen Maßnahmen (seit 1999 insgesamt 360) im Straßennetz. Die Politik in Krefeld trug ebenso mit erheblichen finanziellen Mitteln zur Erfolgsgeschichte von „Fairkehr“ bei. Insgesamt stellten Stadt Krefeld und das Land in den vergangenen zehn Jahren Land über 2,7 Millionen Euro für die Arbeit der Initiative bereit.
Polizei und Stadt heben nach über zehn Jahren gemeinsamer Arbeit hervor: Der „Krefelder Fairkehr“ ist kein Projekt, sondern selbstverständlicher Bestandteil der Alltags- organisation zahlreicher Behörden und Institutionen geworden. Die Initiative beeinflusst seit Jahren viele behördliche, politische und pädagogische Entscheidungen.

In ihrem Fazit für 2009 stellt „Fairkehr“ fest: „Es muss auch weiterhin jeder Verkehrsunfall mit Kinderbeteiligung analysiert werden. Es gilt: Der Weg ist richtig und erfolgreich, aber noch nicht zu Ende. “ Deshalb wird auch weiterhin das Ziel verfolgt, die Zahl der Kinderunfälle im Krefelder Stadtgebeit zu reduzieren. Diese Bemühungen bedürfen aber auch der Unterstützung durch andere Organisationen, Institutionen und Vereine, sowie durch vorbildliches Verkehrsverhalten der Eltern und anderer Verkehrsteilnehmer.

Gesunkene Unfallzahlen mit Kindern dank Freddy Fair
Mehr zur Organisation und Untersuchungen oben unter "Fairkehr"

Das Foto im Kopf dieser Seite hat uns der Fotograf Lothar Strücken kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir danken ihm.

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