Preis „Innere Sicherheit“

Innenminister Wolf zeichnet „Krefelder Fairkehr“ aus

Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Ingo Wolf, hat in Mönchengladbach den Landespreis für Innere Sicherheit 2007 u.a. an die Initiative „Krefelder Fairkehr“ vergeben. In der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach überreichte er den begehrten Preis an Polizeipräsident Dieter Friedrich und den städtischen Beigeordneten Gregor Micus. „Kinder sind unsere Zukunft und sollten besser geschützt werden“, betonte Wolf. „Jeder Verkehrsunfall mit einem Kind ist ein Unfall zuviel!“ Der Minister bedankte sich für das „außergewöhnliche Engagement“ der Initiative, in der Polizei, Verkehrswacht und Stadt seit Jahren erfolgreich bei der Bekämpfung von Kinderunfallen zusammenarbeiten. Ingo Wolf: „Machen Sie bitte nach Kräften weiter so.“

„Fairkehr“ präsentierte sich vor einem rund 300köpfigen Fachpublikum, darunter rund 50 Krefelder und Freddy Fair, mit der Film-Dokumentation „Fairkehr bewegt“, die die Krefelder Erfolgsgeschichte erzählt. Polizeisprecher Wolfgang Lindner betonte in seiner Moderation dazu: „Eine Verkehrswirklichkeit, der die Schwächsten unserer Gesellschaft zum Opfer fallen, ist inhuman. Die Verkehrsrealität einer Stadt ist nicht menschengerecht, wenn sie alte Menschen und Kinder überfordert. 
In den 90er-Jahren stellten Stadt und Polizei in Krefeld fest, dass wir ein gravierendes Problem in der Seidenstadt hatten. In Krefeld verunglückten – in Relation zur Bevölkerung gesehen – deutlich mehr Kinder als in anderen Städten. Wir rückten dem Problem mit den `üblichen Instrumentarien` wie Unfallauswertung, Unfallkommission usw. zu Leibe. Damit erzielten wir allenfalls punktuelle Erfolge, änderten an der Gesamtsituation aber nichts. Das Problem ließ sich offensichtlich mit dem Standard-Handwerkszeug von Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger nicht lösen. Da erschien es uns als glückliche Fügung, als im Jahre 1999 die „Stiftung für Kriminalprävention“ in Münster das Angebot machte, eine handlungsleitende wissenschaftliche Begleitung unserer Arbeit zu finanzieren. Ein interdisziplinäres Team von Verkehrs- und Sozialwissenschaftler hat dann das Krefelder Kinderunfallproblem untersucht, Handlungsempfehlungen erarbeitet und die Umsetzung dieser Empfehlungen evaluiert.“
Timo Bauermeister, Leiter des städtischen Presseamtes ergänzte: „Auf der Grundlage dieser Empfehlungen bemüht sich in Krefeld die Ordnungspartnerschaft `Krefelder Fairkehr´ darum, die Straßen der Seidenstadt für Kinder sicherer zu machen. Hierzu bedurfte und bedarf es eines langen Atems. Es ist ein mühseliger und langwieriger Prozess, die Verkehrswirklichkeit einer Großstadt zu verändern. Krefelder Fairkehr´ ist diesen Weg, der nicht frei von Rückschlägen war, gegangen. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Seit 1999 sank in Krefeld die Zahl verunglückter Kinder um 42 Prozent.“ Bauermeister hob hervor, der
„Krefelder Fairkehr“ sei kein Projekt, „sondern selbstverständlicher Bestandteil der Alltagsorganisation zahlreicher Behörden und Institutionen. `Krefelder Fairkehr´ beeinflusst seit Jahren viele behördliche, politische oder pädagogische Entscheidungen.“
In den folgenden Dokumentarfilm war als besondere Überraschung eine Live-Szene eingebaut. Der Schauspieler Fabian Gödecke unterbrach den Film auf einer Schaukel sitzend für den Schlußmonolog des Kevin aus dem Stück des Krefelder Autors Klaus M. Schmidt „Unfall. Einer fehlt“ in der Inszenierung des KRESCH-Theater Krefeld. Gödecke erhielt dafür begeisterten Beifall. Abgerundet wurde das durchweg als überaus positiv bezeichnete Bild Krefelds durch einen originellen Informationsstand, den die Polizei mit Unterstützung der SWK gebaut hatte. Der Stand bildete praktisch einen Bus der SWK, mit dem über den Toten Winkel informiert wurde. 

„Wir freuen uns als Stadt zusammen mit der Polizei als Partner ganz besonders über die Anerkennung, die den gemeinsamen und erfolgreichen Anstrengungen im Kampf um die Verringerung der Unfälle mit Kinderbeteiligung zugekommen ist“, erklärte Hartmut Könner, Leiter des Arbeitskreises Verkehrssicherheit für Kinder in Krefeld. Seit Beginn der Arbeit der Initiative vor über neun Jahren ist die Zahl der Kinderunfälle um insgesamt 42 Prozent gesunken. 

Das Innenministerium schreibt diesen Preis für Ordnungspartnerschaften aus, die sich besonders um die Sicherheit in Städten und Gemeinden verdient gemacht haben. Weitere Preisträger sind in diesem Jahr der Präventionsrat Gelsenkirchen und das Hildener Aktionsbündnis für Senioren-Sicherheit. „Unter dem Motto ’Netzwerke für öffentliche Sicherheit und Ordnung’ regt der Landespreis die Entwicklung neuer Ordnungspartnerschaften an und sorgt für mehr Schutz und Sicherheit für die Menschen in unserem Land“, erklärte der Minister. 

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