50 Schulen trainierten „Toten Winkel“

trixispiegel

Der Trixispiegel erweitert für LKW-Fahrer den Blickwinkel
beim Abbiegen

Erfolgreiche Zwischenbilanz für die Kampagne gegen den “Toten Winkel”. Im Rahmen von “Krefelder Fairkehr” führen die Verkehrssicherheitsberater der Polizei seit 2002 eine Trainingskampagne an den weiterführenden Schulen der Stadt durch. Dabei wurden bisher rund 6.000 Schüler in fast 200 Klassen in Theorie und Praxis mit der Problematik des “Toten Winkels” konfrontiert. Über 200 Lehrer/innen und Eltern absolvierten bisher eine mehrstündige Vor- und Nachbereitung der Aktionen. Seit August 2006 sind die Verkehrsberater wieder vor 33 fünften Klassen mit diesem Thema aktiv. Die Fotos unten zeigen eine Vorführung mit einer Klasse der Schule Wehrhahnweg auf dem Parkplatz der Brauerei Königshof. Die Brauerei hatte den Platz zur Verfügung gestellt, da der Schulhof für die Demonstration zu klein war. Den Truck stellte das Bildungszentrum Tönisvorst.

Die Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Maria Lenz, Rainer Deutzmann und Helmut Bott begleiten die Aktionen . Bisher 28 Krefelder Speditionen stellen dafür Trucks und Fahrer unentgeltlich zur Verfügung. Sie bieten damit den Kindern auf den jeweiligen Schulhöfen die Möglichkeit, sich im Führerhaus der Trucks selbst über die Dimensionen und der Gefährlichkeit des “Toten Winkels” ein Bild zu machen. Die Leistungen der Speditionen machten bisher einen Gegenwert von rund 200.000 Euro aus.

Hintergrund: Fahrer von Lastkraftwagen oder Bussen haben beim Abbiegen nur eine begrenzte Sicht auf die Bereiche links und rechts und vor ihren Fahrzeugen (“Toter Winkel”). Trotz großer Außen- und Zusatzspiegel sind bestimmte Bereiche besonders beim Abbiegen nicht einzusehen. Zwischen 1999 und 2003 verunglückten in Krefeld auf diese Weise 55 Menschen. Die traurige Bilanz: Fünf Tote, neun Schwerverletzte und 21 Verletzte. Bei den tödlichen Unfällen wurden jeweils Radfahrer von Lastwagenfahrern übersehen und erfasst. Aber, so betonen Lenz/Deutzmann, im diesem und vergangenen Jahr war kein Kind mehr an Toten-Winkel-Unfällen beteiligt. Offenbar ein erster Erfolg der Trainingskampagne. Eine Befragung unter den rund 3.750 Schülern, die in den Jahren 2002, 2003 und 2004 mit der „Toten-Winkel-Aktion“ konfrontiert wurden, ergab, dass sie sich sehr wohl auch Jahre später noch an die Inhalte des damals vermittelten Wissens erinnern können und sich auch entsprechend verhalten.

Paralell dazu führt die Stadt ein Pilotprojekt mit den sogenannten Trixi-Spiegeln an acht Risiko-Kreuzungen durch. Die Erfahrungen, die Lkw- und auch Pkw-Fahrer in den zurückliegenden acht Monaten mit diesem Spiegel gemacht haben, sind außerordentlich positiv. So stellte etwa die Betriebs- und Werkstattleitung der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) für die Fahrer ihrer rund 80 Fahrzeuge fest: “Unsere Fahrer führen aus, dass die angebrachten Spiegel immer dann eine gute Hilfestellung darstellen, wenn sie möglichst nahe am Kreuzungsbereich angebracht sind.” Grundsätzlich sei “der Spiegel an Kreuzungen eine zusätzliche Hilfestellung zur Vermeidung von sogenannten Tote-Winkel-Unfällen.” Von einer Reihe von Krefelder Speditionen sowie von den Städtischen Werken kamen ähnlich positive Rückmeldungen. Der Spiegel, der auch von schweizerischen Verkehrssicherheits-Experten als sehr effektiv eingestuft wird, kostet pro Stück nur ca. 190 Euro. Deshalb werden in absehbarer Zeit weitere problematische Kreuzungen in Krefeld mit “Trixi” ausgerüstet.

Die Stadt Krefeld führt das Pilotprojekt für die “Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW” (AGFS) durch. Mitbeteiligt sind der Fachbereich Tiefbau mit der Abteilung Straßenwesen, die für die Montage und Einrichtung der Spiegel verantwortlich ist, der Fachbereich Ordnung mit der Abteilung Straßenverkehr, der Arbeitskreis Radwegebau, der Arbeitskreis Verkehrssicherheit für Kinder (“Krefelder Fairkehr”) und das Verkehrsdezernat der Polizei.

Mehr Infos über den niederländischen Dobli-Spiegel: www.semlin.de/dobli

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