Besuch in der Jugendverkehrsschule

Jugendverkehrsschule[1]

 

Seit 1976 gibt es in Fischeln, auf der Erkelenzerstraße, die Jugendverkehrsschule. Gabriele Körber, Autorin des neuen Buches „Krefeld und seine Kinder“, hat sich dort umgesehen und umgehört und hat folgenden Beitrag veröffentlicht: Maria Lenz, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei in Krefeld erklärte die sieben wichtigsten Arbeiten der JVS.

Erstens, die Radfahrausbildung für Schulen aus dem Innenstadtbereich, Sonderschulen und Behindertenschulen. Kinder der vierten Klassen machen hier ihre Radfahrausbildung. Dazu sind vier Besuche nötig. Beim ersten Besuch, auf den sich die Kinder und Lehrer schon in der Schule vorbereiten sollten, gibt es von dem Sicherheitsberater oder Polizeibeamten vor Ort eine erste Einführung.

Beim zweiten und dritten Besuch erarbeiten sich die Schüler mit Hilfe ihrer Lehrer und Eltern, anhand eines von der Polizei zur Verfügung gestellten Lehrplans, das richtige Verhalten im Verkehr in der JVS selbst. In diesem Lehrplan stehen Anweisungen für die begleitenden Erwachs-enen und worauf an welcher Stelle zu achten ist. Das Gelände der JVS ist in mehrere Bereiche/ Module eingeteilt. Die Kinder fahren abwechselnd in Gruppen in der jeweils dargestellten Straßensituation eines Bereiches. Beim vierten Besuch ist wieder ein Polizeibeamter anwesend, der von einem Aufsichtstürmchen aus die Kinder beobachtet und über einen Lautsprecher gegebenenfalls korrigiert. Nur wer die verschiedenen Verkehrssituationen richtig beherrscht, bekommt einen Fahrradpass. Als Alternative, sollte ein Kind noch unsicher sein, kann der Fußgängerpass gemacht werden.

Als zweiter Punkt wurde das Fußgängertraining für Kindergärten, Senioren oder behinderte Mitbürger genannt. Zwei Zivildienstleistende in der JVS nehmen telefonisch gerne Ihre Anfragen entgegen und vergeben Termine, bevorzugt in der etwas ruhigeren Ferienzeit oder nachmittags. Diese Besuche müssen ohne Beteiligung der Polizei durchgeführt werden. Die jungen Männer kümmern sich unter anderem auch um die Pflege des Außengeländes und die Wartung der Fahrzeuge.

Die Verkehrskadettenausbildung wäre als dritter Punkt zu nennen. Die Krefelder Verkehrswacht schickt hier ihre jungen Anwärter ab 14 Jahren hin, damit diese eine theoretische Ausbildung bekommen und an einer Abschlussprüfung teilnehmen.

Die allgemeine Lehrerschulung zu verschiedenen Themen ist ein weiterer Bereich. So kann die Verkehrsausbildung in den Unterricht jeder Schule integriert werden. Unsicherheiten seitens der Lehrer werden beseitigt.

Punkt fünf ist das individuelle Training mit Unfallopfern im Rahmen des Projekts “Nachsorge und Betreuung für unfallbetroffene Kinder” des Polizeisportvereins. (Nur zwei von zwölf Terminen in der JVS). Kindern, die Opfer eines Verkehrsunfalls wurden, wird dieses Training nach vorgreifenden Maß-nahmen wie Ergotherapie oder Krankengymnastik in der JVS angeboten, damit sie sich wieder sicher und selbstbewusst im Verkehr fortbewegen können.

Als vorletzter Punkt wären die Puppenbühnen zu nennen. Eine steht fest in der JVS und bietet von Mitte Januar bis Februar täglich Vorstellungen für Krefelder Grundschulkinder. Eltern sind dabei sehr erwünscht. Denn nach dem unter die Haut gehenden Puppenspiel, mit den Hauptfiguren Kevin und seinem Hund Felix, gehen die Kinder auf das Außengelände. Hier wird den Eltern klar gemacht, was ihre Kinder schon können und was nicht. Interessant ist, dass Kinder erst mit acht Jahren eingeübte Verkehrswege richtig beherrschen. Die Termine werden über das Schulamt den Krefelder Grundschulen zugeteilt. Die zweite Puppenbühne ist mobil und in Krefelder Grundschulen unterwegs. Und nochmals: Elternanwesenheit ist auch dort immer sehr erwünscht! Was ich noch unbedingt erwähnenswert finde ist, dass diese Bühnen, mit all ihren liebevollen Details sowie der Ablaufplan des Puppenspiels, von den fünf für die JVS zuständigen Sicherheitsberatern der Polizei in Eigenarbeit entstanden ist.

Der letzte, aber sehr wichtige Punkt ist das Projekt “Toter Winkel”. In Zusammenarbeit mit Speditionen, die ihre LKW`s plus Fahrern zur Verfügung stellen, wird in Krefeld auf Schulhöfen mit Fünftklässlern das richtige Verhalten in der Nähe eines Lastkraftwagens geübt. Die Kinder können im Führerhaus einmal aus der Sicht des Brummi-Fahrers schauen. Eine Dreiecks-Folie neben dem LKW demonstriert den “Toten Winkel”. Beeindruckend: ein Fahrrad wird überrollt und somit die immense Kraft des Lasters demonstriert. Ein gewaltiges Schauspiel und alle Kinder sind sich einig: “Auf dem Fahrrad möchte ich nicht gesessen haben!”