14 Jan

Neuer Fairkehr-Kinospot mit Christian Ehrhoff im Krefelder Cinemaxx

Auf einmal geht alles ganz schnell: Der Fahrer des weißen Kleintransporters, abgelenkt durch sein Handy am Ohr, setzt vor dem Gymnasium am Moltkeplatz zurück und sieht den jugendlichen Fahrradfahrer nicht. Nur dank einer Vollbremsung kann der gerade noch ausweichen – und das, weil er nicht durch andere Aktivitäten abgelenkt ist. Zuvor zeigt der Spot, dass auch er dicke Kopfhörer trägt und ebenfalls mit seinem Mobiltelefon beschäftigt ist. Dann schreitet Eishockey-Profi Christian Ehrhoff ein: „Im Straßenverkehr ist es wie beim Eishockey. Du musst immer zu hundert Prozent konzentriert sein und mit den Fehlern anderer rechnen. Dafür brauchst du deine Augen und deine Ohren. Sei kein Amateur, bleib aufmerksam“, sagt er indem er in die Szene tritt und damit dem neuen Kinospot der Initiative Fairkehr ein bekanntes Gesicht verleiht. Der Spot wurde nun der beteiligten Klasse 8b des Moltke-Gymnasiums und der Presse im Cinemaxx am Hauptbahnhof präsentiert. Ab sofort läuft er im Rahmen eines „Social-Sponsoring“ ein halbes Jahr vor den Filmen und macht so auf die Initiative aufmerksam.

Insgesamt 21 000 Euro hat der Spot, produziert von der Filmfirma Radio Viktoria, gekostet, die Hälfte zahlt das Land, berichtet Hartmut Könner, Leiter des Fachbereiches Tiefbau und des Arbeitskreises Verkehrssicherheit. „Durch solche Maßnahmen bringen wir uns immer wieder ins Gespräch, das Geld ist gut angelegt. Ein Dank geht an Christian Ehrhoff, der sich sofort bereit erklärt hat, kostenlos zur Verfügung zu stehen.“ Der Spieler des NHL-Teams Pittsburgh Penguins hatte sich kurz vor der Premiere per Grußbotschaft aus den USA an die Schüler gewendet und viel Spaß gewünscht. Bei den Dreharbeiten wurde er im Sommer vor einem Blue-Screen gefilmt und später in die Szenen eingearbeitet, die vor dem Moltke-Gymnasium gedreht wurden. „Das hat richtig viel Spaß gemacht. Auch wenn es unglaublich ist, mit welchem Aufwand und wie lange wir für die knappe Minute gedreht haben“, schilderte Christoph Henssen, Klassensprecher der 8b. Ein erster Effekt sei schon zu spüren: „Das, was wir dargestellt haben, hat sich in unser Gewissen eingebrannt.“

Ohne groß den Finger zu heben, möchte die Initiative Fairkehr diesmal auch die älteren Verkehrsteilnehmer zu mehr Vorsicht aufrufen. Der Fahrer des Kleintransporters telefoniert, zusätzlich beschallt das Radio das Fahrzeuginnere. „Dann noch Rückwärts ausparken und alles im Griff haben, wird schwierig“, sagt Polizeidirektor Karl-Josef Klauer in der Hoffnung, möglichst viele Verkehrsteilnehmer mit dem Spot zu erreichen – Junge, wie Alte.

Der Kinospot ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=XThvu8PW1sA.

Die Initiative „Krefelder Fairkehr“ ist 1999 in die intensive Phase der Bekämpfung der Kinderunfälle eingetreten. Ausgangspunkt waren eine Untersuchung und ein Handlungskonzept der Ruhruniversität Bochum. Zuvor konnte 1998 die „Stiftung für Kriminalprävention“ unter Leitung von Klaus Stüllenberg in Münster-Hiltrup für ein Forschungsprojekt gewonnen werden. Sie beauftragte die Ruhr-Universität Bochum – Lehrstuhl für Verkehrswesen – mit einer Analyse von rund 800 Unfällen mit Kindern und daraus resultierend mit der Entwicklung eines Handlungskonzepts. Im Jahr 1999 gab es insgesamt 185 Unfälle mit Kindern in Krefeld. Damals lautete das Ziel, die Unfälle mit Kinderbeteiligung innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel zu senken. Das wurde bis Ende 2004 geschafft. Das Jahr mit den bisher wenigsten Kinderunfällen war 2013, nämlich 77 (davon 23 passiv als Mitfahrer in einem Auto). Die Ergebnisse für 2014 liegen in Kürze vor.