23 Nov

Geisterfahrer auf dem Rad

Lässig sitzt der Rocker auf seinem Rad, erschreckt im Vorbeifahren ein paar Leute an der Bushaltestelle und versucht dann zwei Mädchen zu beeindrucken. Doch während er noch seine Sonnenbrille zurechtrückt, erfasst ihn ein Auto. Er ist auf der falschen Seite gefahren. Die Gefahr von Geisterfahrern auf dem Drahtesel soll diese Szene deutlich machen, die die Initiative Krefelder Fairkehr für ihren neuen Werbespot mit der Kamera hat einfangen lassen. „Die Hälfte aller Kinder verunglücken im Straßenverkehr mit dem Rad. Das Fahren auf der falschen Straßenseite ist die Spezialität vieler Krefelder. Kindern und Erwachsenen ist die Gefahr nicht bewusst", betont Polizeisprecher Wolfgang Lindner. Er hofft mit dem neuen Kinospot auf das Risiko aufmerksam zu machen, „denn die Autofahrer rechnen mit den Radlern von der falschen Seite einfach nicht." Der 40-Sekunden-Streifen läuft auf allen Cinemaxx-Leinwänden immer nach der Werbung und vor den Filmvorschauen. Die Szene spielt sich an der Uerdinger Straße ab und zu sehen sind ganz normale Krefelder wie Lena und Paula. Die beiden Mädchen radeln dem Rocker im Spot auf der richtigen Seite entgegen. „Ich musste ,cooler Helm' sagen und Lena ,aber leider auf der falschen Straßenseite'", erzählt Paula. Die Zehnjährige hat zum ersten Mal vor der Kamera gestanden. „Das war schon sehr aufregend." Nebenbei haben die beiden Mädchen einiges gelernt. „Vor allem, wie wir den Text behalten, wie wir stehen müssen und uns ausdrücken können", erzählt Lena (12). Mit dem Ergebnis sind die beiden ganz zufrieden. „Nur ich habe meinen Text etwas geleiert, das war nicht so schön", sagt Paula selbstkritisch. Sie werden noch viel Gelegenheit haben, sich auf der Leinwand zu begutachten, denn die Werbesequenz soll ein Jahr lang die Kinobesucher aufklären. Soviel Zeit hatte Produzent Stephan Kraus für die Umsetzung nicht. Er musste das Projekt kurzfristig verwirklichen, denn ursprünglich sollte ein ganz anderer Film ablaufen. „Wir planen ein Internet-Spiel zum richtigen Verhalten im Verkehr und wollten das in diesem Jahr bewerben. Doch die aufwändige Produktion ist nicht rechtzeitig fertig geworden und so mussten wir diese Idee verschieben", berichtet Felix Meyhoeffer vom Arbeitskreis Fairkehr. Die Alternatividee sei dann gemeinsam mit dem Produzenten spontan entstanden. Der hatte nicht nur die Aufgabe die geplante Geschichte schnell in Szene zu setzen, sondern musste auch die Kosten im Blick behalten. Um dennoch Qualität liefern zu können, bediente er sich einer neuen Technik. „Wir haben mit einer hochauflösenden Fotokamera gedreht und waren selbst überrascht von dem Ergebnis", erzählt Stephan Kraus. Darüber hinaus habe sein Team sehr effektiv gearbeitet. „Es sind fast alle Einstellungen in den Film eingeflossen." Obwohl der Streifen zehn Sekunden länger ist als seine Vorgänger hat er nur 15 000 Euro gekostet. „Das ist sicher kein marktüblicher Preis", betont Wolfgang Lindner. Die Hälfte der Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Damit künftig alle Radler wie Lena und Paula auf der richtigen Straßenseite fahren. Kinospot anschauen
17 Nov

Winterschlaf für „Geisterräder“

Die weißen Fahrräder, die seit einigen Monaten das Stadtbild von Krefeld prägen, haben ihren letzten Standortwechsel in diesem Jahr vollzogen. Seit heute stehen sie an folgenden Stellen: Am Hülser Markt, auf der Duisburger Straße (Höhe Siemens), auf der Mevissenstraße Ecke Birkschen Weg sowie auf der Hauptstraße Ecke Heinrich Manila Straße in Oppum und neuerdings ein fünftes Rad Ecke Düsseldorfer Straße und Lanker Straße. Am 22.12.2009 verschwinden die „Geisterräder“ vorübergehend von Krefelds Straßen, um bis März 2010 Winterschlaf zu halten. Dann werden die White Bikes wieder an Unfallschwerpunkten in Krefeld aufgestellt, um an Radler und Autofahrer zu appellieren umsichtiger am Straßenverkehr teilzunehmen.
16 Nov

Zweijähriger vor Eishalle verletzt

Am Donnerstagabend riss sich gegen 18:50 Uhr ein zwei-jähriger Junge unvermittelt von der Hand seiner Mutter los und lief in Höhe der Rheinlandhalle zwischen zwei parkenden PKW auf die Fahrbahn der Westparkstraße. Das Kleinkind wurde von dem Auto einer 67-jährigen Krefelderin erfasst und mit nicht minder schweren Verletzungen in ein Krefelder Krankenhaus stationär eingeliefert.
06 Nov

Fahrerflucht in Oppum

Am Donnerstag gegen 8:00 Uhr befuhr ein 13-jähriger die Straße Weiden in Richtung Kuhleshütte mit seinem Fahrrad. Nach Angaben des Schülers wurde er im Kreuzungsbereich von einem sich von hinten nähernden grünen Pkw tangiert. Dabei stürzte der Junge und verletze sich leicht. Ohne sich um den Schüler zu kümmern, setzte der Fahrer des grünen Pkw seine Fahrt in Richtung Werkstättenstraße fort. Die Krefelder Polizei bitte Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder Ansagen zu dem grünen PKW machen können, um Mithilfe unter 02151-6340.
05 Nov

Fairkehr geht auf Kinder mit Migrationshintergrund zu

Besonderen Einladungen ist der „Krefelder Fairkehr“ von Stadt, Polizei und Verkehrswacht zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Kinder gefolgt: Erstmals besuchte die Initiative islamische Moscheen, um Eltern und Kindern den Krefelder Kinderstadtplan vorzustellen und zu erklären. Insgesamt haben rund ein Drittel aller in Krefeld lebender Kinder einen sogenannten Migrationshintergrund. Erste Station war die Yunus Emre Moschee Am Saxhof in Stahldorf, wo die Vertreter der Initiative vom Vorsitzenden Hicabi Atac empfangen wurden. Rund hundert Kinder warteten dort mit einigen Eltern darauf, mehr vom Kinderstadtplan für Lehmheide zu erfahren. Polizeipressesprecher Wolfgang Lindner, der von Felix Meyhoeffer und Egon Traxler unterstützt wurde, hatte nur kurz Mühe, in dem Stimmengewirr Gehör zu finden. Dann wurde es still, als Lindner fragte, ob es denn „cool“ sei, ohne Helm Fahrrad zu fahren. „Nein“, sagte er, „es ist überhaupt nicht cool, wenn ohne Helm mein Kopf ein dickes Loch hat und ich ins Krankenhaus muss.“ Der Polizeibeamte beantwortete dann eine ganze Reihe verschiedener Fragen. Danach bekamen die Anwesenden die speziell für Kinder entwickelten Stadtpläne und dazu den Eltern-Brief, in dem der richtige Gebrauch des Plans erläutert wird. Auf der Rückseite des städtischen Schreibens ist auch eine Übersetzung in die türkische Sprache vorhanden. Als nächste Station ging es in die Merkez Moschee an der Viersener Straße. Hier war die Anzahl der Kinder etwas geringer, dafür die Beteiligung von Eltern und Großeltern größer. Der Vorsitzende des Moschee-Vereins, Ahmet Aytinci, bedankte sich bei „Fairkehr“ für die Unterstützung und wünschte sich die Fortsetzung der Kontakte. Das sah auch Mehmet Demir, Vorsitzender der Union türkischer und islamischer Vereine in Krefeld, so: „Für solche Veranstaltungen und Projekte stehen die Türen und Tore unserer Vereine und Moscheen weit offen. Ich freue mich sehr, dass die ersten gemeinsamen Aktionen auf sehr hohe Resonanz gestoßen sind. Dies motiviert uns sehr und zeigt, dass in der Zukunft noch mehr getan werden muss. Fairkehr kann sich auf uns verlassen.“ Am nächsten Samstag steht ein weiterer Besuchstermin an: Ziel ist die Fatih Moschee an der Saumstraße. Eingeladen hat Vorsitzender Rüstü Sezgin.